EUREGIO-EGRENSIS-Jahreskonferenz 2019 in Breitenbrunn

Die Jahreskonferenz der EUREGIO EGRENSIS fand am Freitag, 12. April, im sächsischen Breitenbrunn im Erzgebirge statt. Geladen hatte dazu in diesem Jahr die EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Sachsen/Thüringen. Der amtierende Gemeinsame Präsident der EUREGIO EGRENSIS und zugleich Bürgermeister der Stadt Chodov, Patrik Pizinger, eröffnete die Konferenz mit der Feststellung, dass die Arbeit in der grenzüberschreitenden Verständigung noch lange nicht abgeschlossen sei, aber durch die bisherige Arbeit eine sehr gute Grundlage geschaffen wurde, auf die jetzt aufgebaut werden müsse.

Dr. Birgit Seelbinder, Präsidentin der EUREGIO EGRENSIS AG Bayern, brachte ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass die neue bayerische Staatsregierung sich in ihrem
Koalitionsvertrag aktiv dazu bekennt, die Euregio-Zusammenarbeit fortzusetzen; außerdem darüber, dass die Europäische Kommission die Kleinprojekteförderung zum ersten Mal im entsprechenden Verordnungsentwurf verankert hat und somit die EUREGIO EGRENSIS den Dispositionsfonds weiter verwalten kann. Weiterhin stellte sie das Praxiswörterbuch für den Rettungsdienst in den Mittelpunkt, ein wichtiges Projekt, das die AG Bayern im Jahr 2018 verwirklicht hat. Abschließend erinnerte sie an das 25-jährige Jubiläum der EUREGIO EGRENSIS im Jahr 2018, bei dem die drei Arbeitsgemeinschaften der EUREGIO EGRENSIS eine Gemeinsame Erklärung unterzeichnet hatten, mit der die EUREGIO-Idee in die Zukunft geführt werden soll. Ziel ist es dabei, auch in den nächsten Jahren auf regionaler Ebene als Dienstleister, Sprachrohr und Plattform zur Verfügung zu stehen.

František Čurka, Präsident der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Böhmen, ging in seinem Statement im Wesentlichen auf die Jugendprojekte ein. Er fand sehr anerkennende Worte für das Gastschuljahr und das Jugendsommerlager.

Ralf Oberdorfer, Oberbürgermeister der Stadt Plauen und stellvertr. Präsident der EUREGIO EGRENSIS AG Sachsen/Thüringen e.V., hob die Jubiläumskonferenz zum 25-jährigen Bestehen der EUREGIO EGRENSIS im Jahr 2018 in Mödlareuth hervor und blickt in seinem Statement auf 25 Jahre Erfolgsgeschichte in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zurück. Ein Spaziergang sei die bisherige Arbeit jedoch nicht gewesen, kleinere und größere, politische und bürokratische Hürden waren zu überwinden. Das Erreichte nahm er als Ansporn für die zukünftige Arbeit und als Motivation für die EUREGIO EGRENSIS, sich auch weiterhin sehr intensiv für eine gelebte Nachbarschaft, für Frieden, Freiheit und Völkerverständigung einzusetzen. Dies werde in Zeiten von Misstönen innerhalb Europas immer wichtiger. Als konkrete Beispiele dafür, was noch zu tun sei, nannte er zum einen den Zugang zu grenzüberschreitenden ärztlichen Leistungen und Feuerwehreinsätzen, die von bürokratischen Hürden befreit und einfacher geregelt werden müssten. Zum anderen plädierte er hinsichtlich der Förderpraxis für Bürokratieabbau. Die Signale für die kommende EU-Förderperiode ab 2021 stimmten ihn hier hoffnungsvoll. Abschließend plädierte Herr Oberdorfer dafür, beim Thema Nachbarsprache nicht nachzulassen und die bestehenden Angebote konsequent weiter auszubauen.

Gastredner auf der diesjährigen Jahreskonferenz der EUREGIO EGRENSIS war
Dr. Peter Jahr, Mitglied des Europäischen Parlaments. Auch er plädierte für einen Bürokratieabbau und dafür, Europa „den Menschen zurückzugeben.“ Aus dem Europäischen Parlament berichtete er, dass die Stimmung für die Förderprogramme dort sehr gut sei. Positiv hob er in diesem Zusammenhang die erstmalige Verankerung des Dispositionsfonds und des Kleinprojektefonds im Verordnungsentwurf hervor. Dies sei ein wichtiger Schritt, um die EU den Menschen wieder näherzubringen. Zum anderen gebe es noch viel Unklarheit, da es noch keinen konkreten Fonds gebe und die Höhe noch nicht feststehe. Nach der Europawahl im Mai werde es wohl dauern, bis sich das Europaparlament neu konstituiert habe.

Der Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Breitenbrunn, Ralf Fischer, begrüßte die Teilnehmer im Sportpark Rabenberg als einem Ort, an dem der europäische Gedanke gelebt werde. Erfreut betonte er, dass es zwischen Sachsen und Tschechien bereits seit den 70er und 80er Jahren, spätestens aber seit den letzten 25 Jahren, lebendige Partnerschaften gibt.