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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 09.12.2008

Sitzung des Gemeinsamen Präsidiums der EUREGIO EGRENSIS:
"Vom Organisator zum Gestalter"
Interview mit dem Gemeinsamen Präsidenten Landrat Simon Wittmann

Von Pit Fiedler


Simon Wittmann, der neue Gemeinsame Präsident der Euregio Egrensis, will das Profil des „größten Dienstleistungsunternehmen im deutsch-tschechischen Raum“ schärfen. Pit Fiedler sprach mit Simon Wittmann anlässlich der Tagung des Gesamtpräsidiums in Plauen.

Herr Wittmann, Sie sind seit einigen Wochen Gesamtpräsident der drei Euregio-Arbeitsgemeinschaften Bayern, Sachsen/Thüringen und Westböhmen. Was sind Ihre ersten Eindrücke?

Wittmann: Erstens ist es nicht so einfach, drei unterschiedliche Arbeitskulturen zu koordinieren. Zweitens stellte ich fest, dass die Euregio Egrensis die Zusammenarbeit ihrer drei Teile dauerhaft macht. Sie sorgte zum Beispiel dafür, dass der Gesprächsfaden nach den Regionalwahlen in Tschechien, die praktisch zu einem Austausch aller politischen Ansprechpartner in den Bezirken Karlsbad und Pilsen führte, nicht riss. Sie bewahrte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor einem herben Rückschlag.

Wie sind Sie zur Euregio Egrensis gekommen?

Ich war am 23. Dezember 1989 dabei, als Jiří Dienstbier, der tschechische Außenminister, und Hans-Dietrich Genscher, der deutsche Außenminister, bei mir vor Ort das erste Stück Stacheldraht durchschnitten. Seitdem macht die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für mich Sinn und führte auch dazu, dass ich mich für das Präsidentenamt gewinnen ließ.

Welche konkreten Pläne haben Sie für die Euregio?

Wir werden dieses symbolische Ereignis am 23.12.2009 zum 20-jährigen Jubiläum an der Grenze mit einem deutsch-tschechischen Fest feiern – genau an der Stelle, wo der Grenzzaun durchschnitten wurde. Zur Jahrespressekonferenz im März kommenden Jahres erwarten wir Fachbesuch von der Europäischen Kommission, um Näheres über die Förderungen der Grenzregion über das Jahr 2013 hinaus zu erfahren. Das alljährliche Jugendsommerlager wird diesmal in Karlsbad im August stattfinden. 

Was wollen Sie in Ihrer Amtsperiode vor allem erreichen?

Mein Ziel ist eine stärkere gemeinsame Interessenvertretung nach außen. Das heißt, dass wir die Euregio nicht mehr nur als Organisator der Zusammenarbeit, sondern auch als politisches Instrument zur Durchsetzung grenzüberschreitender Interessen verstehen. Wenn es sinnvoll ist, sich gemeinsam politisch in Europa zu positionieren, dann sollten wir das über die inzwischen gefestigte Euregio tun und nicht über Nebenstrukturen oder über neue Zusammenschlüsse für den ländlichen Raum oder für Grenzregionen. Aber wir wissen natürlich, dass solche Dinge nicht von heute auf morgen funktionieren.

In welchen Farben sehen Sie die Zukunft?

Gerade wir sind in der Mitte Europas. Wir kommen mit unseren Infrastrukturmaßnahmen gut voran. Wir liegen am Schnittpunkt vieler Verkehrsachsen. Wenn wir es nicht ganz blöd anstellen,  muss daraus etwas zu machen sein für alle Seiten, und deshalb sehe ich nicht schwarz.


 
© 2006 Lars Vollmar