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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen >01. August 2007
EUREGIO EGRENSIS zieht positive Bilanz
Schwerpunkt Sprachoffensive
Eine positive Bilanz über die Arbeit der EUREGIO EGRENSIS hat Präsidentin Dr. Birgit Seelbinder bei der Mitgliederversammlung der bayerischen Arbeitsgemeinschaft vor wenigen Tagen gezogen. Das deutsch-tschechische Nachbarschaftsbündnis, zu dem in Bayern mehrere Landkreise, Städte und Gemeinden in Oberfranken und in der Oberpfalz gehören, hätte zahlreiche Projekte mit großen Erfolgen verwirklicht und auch in der finanziellen Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bahne sich für die nächsten Jahre eine gute Mittelausstattung an.
Die deutsch-tschechische Zusammenarbeit befinde sich noch immer auf einem lagen Weg, sagte Seelbinder. Wichtige Dinge, wie der EU-Beitritt vor drei Jahren, seien geschafft. Andere Etappen, wie die Abschaffung der Personenkontrollen an der Grenze, die 2011 folgende Freizügigkeit auf dem Arbeitsmarkt oder die geplante Einführung des Euro 2012 in Tschechien stünden dagegen noch bevor. Vordringliche Aufgabe werde es aber stets sein, die Menschen in der Region zusammenzubringen, Verständnis füreinander zu wecken und leider immer noch vorhandene Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. „Denn nur dort, wo die Menschen gedanklich und tatsächlich Grenzen überschreiten, dort wird auch die Basis für wirtschaftliche Zusammenarbeit geschaffen,“ sagte die bayerische Euregio-Präsidentin.
Als Schwerpunkt der bayerischen Euregio-Arbeit bezeichnete Seelbinder das Projekt Sprachoffensive. Ziel sei es, mehr Interesse und Aufmerksamkeit für die tschechische Sprache in unserer Region zu wecken. Dazu arbeite die Euregio intensiv mit Schulen und Volkshochschulen zusammen. Allein mit dem Teilprojekt Sprachanimation habe die Euregio im Frühjahr an sechs verschiedenen oberfränkischen und oberpfälzer Schulen rund 500 Schüler erreicht. An mehreren Schulen sei bereits fest geplant, im kommenden Schuljahr Tschechisch als Wahlfach einzuführen. Darüber hinaus biete die Sigmund-Wann-Realschule in Wunsiedel ab dem nächsten Schuljahr erstmals in Bayern Tschechisch als Wahlpflichtfach alternativ zu Französisch an. 31 Schüler hätten sich dafür angemeldet, lediglich 14 wären nötig gewesen. „Eine fantastische Zahl,“ sagte Seelbinder. „Dies zeigt, dass in der Öffentlichkeit allmählich das Bewusstsein entsteht, dass Tschechisch in Zukunft eine Zusatzqualifikation auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sein kann.“
Weitere herausragende Projekte waren nach den Worten der Euregio-Präsidentin das bayerisch-tschechische Gastschuljahr, bei dem im kommenden Schuljahr wieder 25 Stipendien für tschechische Gymnasiasten angeboten werden können, sowie das Euregio-Jugendsommerlager Anfang August mit 45 Teilnehmern aus Bayern, Tschechien, Sachsen und Thüringen im Raum Nabburg im Landkreis Schwandorf.
All diese Projekte müssten natürlich auch finanziert werden und dafür zeichne sich für die kommenden Jahre bis 2013 wieder eine positive Förderkulisse ab. Die Euregio-Präsidentin rechnet im Herbst mit einer Genehmigung des so genannten Ziel-3-Programms „Europäische territoriale Zusammenarbeit“, auch bekannt als „Interreg IV“. Damit würden auch künftig EU-Mittel in erheblichem Umfang für grenzüberschreitende Projekte im bayerisch-tschechischen Grenzraum zur Verfügung stehen, nämlich 60,5 Millionen Euro für die bayerische und 55 Millionen für die tschechische Seite.
Als Gastreferentin berichtete Leitende Ministerialrätin Heidrun Piwernetz von der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union in Brüssel über aktuelle Themen der Europapolitik aus bayerischer Sicht. Im Mittelpunkt stand dabei ein durchweg positives Fazit der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007, die Deutschland – und damit auch allen Bundesländern – international einen hervorragenden Ruf eingebracht habe.
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