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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 22. Juni 2006 Ein neuer Leitfaden durch das Schulsystem in Bayern, Sachsen und Tschechien EUREGIO EGRENSIS beseitigt Missverständnissevon Pit FiedlerSeit 1995 besuchten mehr als dreihundert tschechische Gastschüler mindestens für ein halbes Jahr Gymnasien im bayerischen Teil der Euregio Egrensis. Vor allem in Amberg, Weiden, Pegnitz, Bayreuth, Wunsiedel und Selb wecken auch in diesem Schuljahr wieder Dutzende von SchülerInnen aus Tschechien die Aufmerksamkeit für das Leben im Nachbarland.
Wussten Sie zum Beispiel, dass die tschechische Grundschule der Grund- und Hauptsschule in Deutschland entspricht und dass in Tschechien Realschulen unbekannt sind, man aber nach der neunten Klasse „Grundschule“ auch noch aufs Gymnasium gehen kann? Oder wussten Sie, dass in Tschechien auch SchülerInnen am Gymnasium als Studenten (student/-ka) bezeichnet werden und dass Lehrer in Tschechien nicht mit ihrem Familiennamen angesprochen werden, sondern mit „Herr Lehrer/Frau Lehrerin“ bzw. am Gymnasium mit „Herr Professor/Frau Professorin“? Und können Sie sich vorstellen, dass man das Abitur in Tschechien an einer „Mittelschule“ ablegt und dass es an vielen Schulen nur mündlich abläuft und diese Prüfung öffentlich ist? Unterschiede über Unterschiede; ihr Spektrum geht von den Bildungswegen über die Schulbücher bis hin zum Schulalltag. Was das tschechische Bildungswesen dabei deutlich hervorhebt, das ist erstens die obligate Vorschulerziehung im Kindergarten, zweitens die in die schulischen Einrichtungen integrierten weiteren Dienstleistungen wie Zentren zur Freizeitgestaltung, Schulkantinen oder Internatsunterbringung, und schließlich die nicht duale, berufliche Ausbildung in der Schule. Große Unterschiede im Bildungswesen gibt es freilich nicht nur, wie der Leitfaden eindrucksvoll darlegt, zwischen Tschechien und Bayern, sondern auch zwischen Bayern und Sachsen, stellvertretend für alle anderen deutschen Bundesländer. Während zum Beispiel die LehrerInnen in Bayern nach dem zweiten Staatsexamen nach wenigen Jahren Beamte auf Lebenszeit werden und Titel wie Oberstudienrat oder Realschullehrer tragen, sind die sächsischen LehrerInnen in der Regel als Angestellte ohne explizite Dienstbezeichnung tätig. Oder: In Sachsen heißt die Hauptschule Mittelschule und ermöglicht neben dem Hauptschulabschluss auch den der Realschule, die in Bayern wiederum als eigener allgemeinbildender Schultyp geführt wird. Der Leitfaden bringt durch seinen überlegten Aufbau eine gewisse Ordnung in die verwirrende Vielfalt. Dazu gehören ein Vergleich der Schulsysteme, grafische Darstellungen, ein Abkürzungsverzeichnis, vor allem aber ein deutsch-tschechisches und tschechisch-deutsches Glossar mit Hinweis auf die so genannten „falschen Freunde“, Worte die gleich übersetzt werden, aber in beiden Sprachen Unterschiedliches bedeuten. Kurz gesagt: Dem deutsch-tschechischen Autorenteam ist – dank CLARA@eu und unter Leitung der bayerischen Euregio Egrensis - eine aufschlussreiche Einführung in Bildungssysteme Bayerns, Sachsens und Tschechiens gelungen.
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