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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 15. Dezember 2005 Sprachoffensive Tschechisch in der EUREGIO EGRENSIS Auf den tschechischen Markt vorbereitenFünf Jahre haben wir noch Zeit. Mit dieser Botschaft begrüßte Dr. Birgit Seelbinder, Präsidentin der EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern, die Leiter von insgesamt 13 Volkshochschulen aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Die Experten aus Sachsen, Thüringen und Bayern waren zur EUREGIO EGRENSIS gekommen, um sich über deren frisch gestartete Sprachoffensive Tschechisch zu informieren. Durch intensives Werben bei Bildungsträgern, Betrieben und Bevölkerung möchte die grenzüberschreitende Organisation ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der tschechischen Sprache schaffen.Die Zeit drängt. Spätestens 2011 fallen die Zugangsbeschränkungen für Bürger der neuen EU-Staaten zum deutschen Arbeitsmarkt. Die Jugendlichen im deutschen Grenzraum müssten sich daher schon heute darüber im Klaren sein, so Seelbinder, dass sie nach Abschluss der Schule mit sprachlich hervorragend ausgebildeten Gleichaltrigen aus der Tschechischen Republik um Arbeitsplätze konkurrieren. Da immer mehr kleine und mittlere Betriebe ihre Fühler über die Grenze ausstrecken, würden zunehmend Arbeitskräfte gesucht, die sich mit den Kunden im Nachbarland in deren Sprache verständigen können. Diese Entwicklung bestätigte Harald Fritsch, der Leiter der VHS Tirschenreuth. In dem oberpfälzischen Landkreis wird deshalb das Personal kleinerer und mittlerer Betriebe gezielt auf den tschechischen Markt vorbereitet. Mit dem von der Europäischen Union geförderten Projekt Wir bringen’s zusammen bietet die Volkshochschule den Unternehmen individuell und bedarfsgerecht zugeschnittene Sprachkurse an. Auch wenn die Mitarbeiter Grammatik und Vokabular des Tschechischen nicht so intensiv lernen könnten wie dies im Schulalter möglich sei, hätten die Kurse auch deswegen großen Erfolg, weil sie Wissen über die Kultur und die Mentalität der tschechischen Geschäftspartner vermittelten. Insgesamt sei Tschechisch inzwischen das Fach, das an der VHS Tirschenreuth mit derzeit knapp 400 Teilnehmern den größten Zulauf hat. Andere Volkshochschulen setzen deshalb ebenfalls auf bedarfsgerechte Sprachkurse. So führt die VHS Landkreis Hof gesonderte Kurse für das Landratsamt und eine Qualifizierungsmaßnahme Groß- und Außenhandel Tschechien durch. Die VHS Weiden/Neustadt bietet eine Qualifizierung zum Interregionalen Gästeführer an. Um erfolgreich Tschechisch anzubieten, so fasste die Leiterin der Plauener Volkshochschule, Petra Boh, die einhellige Meinung zusammen, sei ein offensives Zugehen auf Unternehmen wichtig. Zur Motivation der Lernenden wünschen sich die VHS-Leiter ein einheitliches Sprachzeugnis für Tschechisch, das z.B. bei der Arbeitssuche vorgelegt werden kann. Michaela Zenk, stellvertretende Geschäftsführerin der EUREGIO EGRENSIS, führte aus, dass mit dem Tschechisch-Zertifikat des Sächsischen VHS-Verbandes in Chemnitz bereits ein solches Zeugnis existiere. Die Prüflinge müssten aber bereits sehr gute Tschechisch-Kenntnisse haben. Dr. Ladislava Holubová, Lehrkraft für Tschechisch an der Fachhochschule Amberg-Weiden, ergänzte, dass bisher kein Lehrmaterial existiert, das auf diese Prüfung gezielt hinführt und für die Teilnehmer von Volkshochschulen geeignet ist. Zenk erklärte im Namen der EUREGIO EGRENSIS, im Rahmen der Sprachoffensive sei Raum dafür, zusammen mit dem sächsische Volkshochschulverband ein weiteres Tschechisch-Zertifikat auf einer niedrigeren Niveaustufe und entsprechendes Lehrmaterial zu erarbeiten.
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