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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 27. Juli 2005 Euregio Egrensis bündelt Kräfte Es geht voran!von Pit FiedlerOft ist vom Zusammenwachsen der flächenmäßig riesigen, regional vielgestaltigen deutsch-tschechischen Euregio Egrensis die Rede. Die Fortschritte auf diesem Weg bleiben dagegen des öftern unbemerkt, weil sie sich in Alltag verwandeln und damit keinen Menschen mehr vom Hocker reißen. Die Geschäftsführer der drei großen Teilregionen der Euregio Egrensis, Harald Ehm, Marktredwitz, Achim Schulz, Plauen, und Lubomír Kovář, Karlovy Vary, machen zum Beispiel schon seit langem vor, wie dieses Zusammenwachsen praktisch geht. Entscheidend sind dabei in ihrem Fall die monatlichen Arbeitstreffen, auf denen Bestandsaufnahmen zu unterschiedlichsten Bereichen ausgetauscht und gemeinsame Vorhaben entwickelt werden. Ganz nebenbei gedeihen dabei auch Sympathie, Einfühlungsvermögen und Witz. Telefonieren allein würde nicht zu diesem Ergebnis führen. Die ebenso vertrauensvolle wie kreative Arbeitsatmosphäre, die sich vor ein paar Tagen auch wieder beim Julitreffen in Bad Elster einstellte, ermöglicht es den Geschäftsführern, für die Arbeit im kommenden Jahr drei Schwerpunkte zu bestimmen und die Durchführung in der gesamten Euregio Egrensis untereinander zu verteilen. Harald Ehm startet mit seinem Team im nächsten Turnus, abgesegnet vom bayerischen Präsidium, eine Sprachoffensive. Sie wird zum einen klarmachen, dass die tschechische Sprachkompetenz in den deutschen Grenzregionen ein wesentlicher Standortfaktor ist, und zum anderen die erstaunlich vielen guten Ansätze, die es inzwischen zum Spracherwerb gibt, sammeln, miteinander vernetzen und Best-practice-Beispiele publizieren. Außerdem soll das Angebot von Tschechischunterricht mit Hilfe der Euregio Egrensis vergrößert und fachlich unterstützt werden. Österreich liefert Ehm das schlagende Argument: Dort gibt es schon heute offiziell anerkanntes Unterrichtsmaterial für Tschechisch in der Grundschule, das wir gut gebrauchen könnten, und wir wissen nichts davon. Die sächsische Euregio Egrensis übernimmt den Schwerpunkt Verkehr und Infrastruktur. Anstoß ist für Schulz die sächsich-böhmische Verkehrssituation. Schulz: Drei Grenzübergänge für PKW und einer für LKW sind natürlich ein bisschen wenig. Aber auch er wird sein Interesse auf die ganze Euregio Egrensis richten. Das ausgemachte Ziel ist dabei, sich in die Regionalplanung, einschließlich Finanzierung und der zeitlichen Abfolge, einzumischen. Der Dritte im Bunde, Lubomír Kovář, wendet sich dem Bereich Kur und Tourismus zu. Kovář benennt das Grundproblem: Die Karlsbader Region zum Beispiel wird bislang vor allem dank ihrer Kurorte wahrgenommen. Die vielen touristischen Angebote der Region sind dagegen noch kaum entdeckt. Daraus ergibt sich als Hauptaufgabe für ihn, Kooperationsformen zwischen den Bädern und dem Tourismus in der gesamten Euregio Egrensis zu finden. Ein erster Schritt ist dabei, die Bürgermeister der Kurorte, die bislang im Kurherz Europas nur lose zusammengeschlossen sind, und die Tourismusfachleute aus der umtriebigen Arbeitsgemeinschaft der Euregio Egrensis an einem Tisch unter dem Dach der Euregio Egrensis zusammenzubringen. Der Nutzen liegt auf der Hand: Die Macher aus der AG unterstützen das bisher nur schwach schlagende Kurherz bei der Umsetzung von Ideen und profitieren als Touristiker gleichzeitig davon. So dringlich und einleuchtend diese Vorhaben im einzelnen auch sind, der Clou ist das neue Selbstbewusstsein der Euregio Egrensis: Die drei Partner haben es heute nicht mehr nötig, alles formalistisch in dreifacher Regie zu erledigen, sondern können es sich erlauben, den Nachbarn Aufgaben für die Gesamtregion anzuvertrauen.
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