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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 12. Juli 2005

Tschechische Stipendiaten der EUREGIO EGRENSIS auf Regionalexkursion

Kultur, Porzellan, Natur und – Bratwürste

Wer den oberfränkischen Teil der EUREGIO EGRENSIS wirklich kennen lernen möchte, kommt an der Bratwurst nicht vorbei. Auf die Spezialitäten eines einheimischen Metzgers wollte Klaus Burkhardt, Geschäftsführer eines regionalen Energieversorgungsunternehmens, deshalb auch nicht verzichten, als er in der Selber Konzernzentrale eine Gruppe tschechischer Gymnasiasten begrüßte. Die Brotzeit ergänzte perfekt das Tagesprogramm der Schüler, die derzeit als Stipendiaten der EUREGIO EGRENSIS ein Gastschuljahr an bayerischen Gymnasien verbringen. Aus Amberg, Weiden, Pegnitz und Bayreuth zu ihren Kollegen nach Selb und Wunsiedel ins Fichtelgebirge gekommen, konnten die tschechischen Gastschüler auf einer Regionalexkursion erfahren, was das östliche Oberfranken außer herausragenden Wurstwaren noch an Besonderheiten zu bieten hat.

Für Luxus und Eleganz stehen die weltberühmten Porzellanhersteller der Region. In der Ausstellung des Europäischen Industriemuseums für Porzellan in Selb konnten die jungen Tschechen entdecken, unter welch harten Arbeitsbedingungen die Porzelliner in der Vergangenheit das weiße Gold herstellten und welches technologische Know-How in den modernen Produkten steckt.

Eine Führung hinter die Kulissen der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel war gleich in zweierlei Hinsicht eine gute Vorbereitung auf die anschließende Wanderung durch das benachbarte Felsenlabyrinth. Zum einen ging Manfred Bachmayer, Chefdramaturg des renommierten Theaterfestivals, neben seinen Ausführungen zum schauspielerischen Arbeiten auch auf die Geologie der Felsenlandschaft und die Benennung nach der preußischen Königin Luise ein. Zum anderen konnten die tschechischen Gastschüler in dem engen und niedrigen Gang, durch den die Schauspieler von der Garderobe unter den Zuschauerrängen hindurch zur Naturbühne gelangen, schon einmal den Weg durch die Felsschluchten der Luisenburg üben. Bevor sich die Stipendiaten auf die Bühne stellen oder im Publikum Platz nehmen konnten, erläuterte Bachmayer an Hand von Perücken und falschen Schnurrbärten, wie die Maskenbildner einen glatzköpfigen Schauspieler in einen blondgelockten Prinzen verwandeln.

Die Mittagspause verbrachten die tschechischen Gastschüler, die gemeinsam mit ihren deutschen Betreuungslehrern und deutschen Mitschülern ins Fichtelgebirge gekommen waren, bei der Energieversorgung in Selb. Während sich die Gäste ihre Bratwürste schmecken ließen, bekannte sich ESM-Geschäftsführer Burkhardt zum Projekt „Bayerisch-Tschechisches Gastschuljahr“. Das Projekt der EUREGIO EGRENSIS wird finanziell von der Bayerischen Staatskanzlei, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt, ist aber auch auf regionale Sponsoren angewiesen. Burkhardt führte aus, als Mann der Wirtschaft wisse er, welche Bedeutung Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen in der heutigen Welt hätten. Da die Gastschüler ein Jahr lang den Unterricht an deutschen Gymnasien besuchten und in deutschen Familien untergebracht seien, erwerben sie genau diese Fähigkeiten und tragen gleichzeitig zum besseren Verständnis zwischen Deutschen und Tschechen bei. In einem persönlichen Gespräch mit den Gastschülern konnte er sich von den Erfolgen des Projekts selbst überzeugen.

 
© 2006 Lars Vollmar