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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 11. Mai 2005

Professor Dr. Jörg Maier über Beitritt zur Metropolregion: Kleiner Partner muss das Besondere bieten

„Wir brauchen kein Jammerkonzept“

Der Neue Tag, Weiden
 
Marktredwitz. (ahu) Die Zugehörigkeit zur Metropolregion Nürnberg bringt erst einmal keine Gelder in die leeren Töpfe der Kommunen: „Mir ist davon nichts bekannt.“ Diese Meinung vertrat Professor Dr. Jörg Maier vom Lehrstuhl Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung der Universität Bayreuth bei seinem Vortrag „Die Diskussion über die ‚Metropolregionen’ und deren Konsequenz für den Zwischenraum der Euregio Egrensis“ in Marktredwitz.

Viele Politiker, darunter auch der Tirschenreuther Landrat Karl Haberkorn, zahlreiche Bürgermeister und Vertreter der Wirtschaft und Verwaltung aus der ganzen Region erhofften sich von Maier Orientierung in der Frage um die „Metropolregion Nürnberg“. Doch auch wenn erstmal keine Gelder flössen, so sei diese raumplanerische Stärkung von Nürnberg für Nordbayern auf jeden Fall ein Gewinn, stellte der Wissenschaftler klar. Damit gäbe es zwei Zentren in Bayern, München für den Süden und Nürnberg für den Norden, so Maier.

Nutzen entscheidend
Rein wissenschaftlich schwierig zu beantworten sei die Frage „Sollen wir uns anschließen?“, besonders bei einzelnen Landkreisen und Städten, die relativ weit von Nürnberg entfernt lägen und keinen großen Bezug zur Stadt hätten – wie Weiden oder der Landkreis Tirschenreuth: Im Fokus der „politischen Bauchentscheidung“ müsse stets der Nutzen stehen. „Aber wenn es nichts kostet, warum nicht?“, so der Experte.

Doch bei aller Orientierung nach Nürnberg und den damit verbundenen Hoffnungen dürfe man zwei Dinge nicht vergessen. Erstens: Es gebe noch andere Metropolregionen wie Prag oder das Sachsendreieck, die sich ebenfalls als Partner anböten. „Wären wir in England, würde niemand die Frage stellen, wollen wir zur Metropolregion Nürnberg gehören oder zu einer anderen oder zu gar keiner. Wir wären überall dabei, in Prag, Sachsen und Nürnberg“, so Maier.

Zweitens: „Was wir brauchen ist Eigenständigkeit. Wir brauchen kein Jammerkonzept, sondern müssen Ideen entwickeln“, forderte Maier von den Zuhörern. „Es darf nicht heißen, wir treten bei, sondern wir machen mit“, formulierte der Wissenschaftler und appellierte an das Selbstvertrauen in der Region.

Ausgleich muss bleiben
Ein kleiner Partner sei nur dann interessant, wenn er das Besondere biete. Und Nordbayern, gerade das Gebiet der Euregio Egrensis, habe durch die geographische Lage an der Grenze zu Tschechien wirklich einen ganz besonderen Trumpf in der Tasche. Sorgen bereitete Maier allerdings der allgemeine Rückzug aus der Fläche: „Die Ausgleichsleistungen für die Region müssen bleiben.“

 
© 2006 Lars Vollmar