![]() |
![]() |
![]() |
||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||||
![]() |
|
![]() |
>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 23. Juni 2004 Ein neuer, 525 Kilometer langer Radfernweg soll Bayern und Tschechen einander näher bringen Völker, tretet die PedaleVon Peter Schmitt, Süddeutsche ZeitungEslarn Die Grenze ist noch gar nicht richtig passiert, da wirbt schon ein „Duty-Free-Supermarkt“ um Kundschaft. Die Regale stehen voll mit Spirituosen, Zigaretten und Parfum. Alles billiger als daheim in Bayern. Gleich nach dem großem Parkplatz und der Zapfstelle für die preisgünstige Tankfüllung dienen Scharen von Vietnamesen mit kegelförmigen Reisstrohhütchen auf dem Kopf den Ramsch des freien west-östlichen Warenverkehrs an. Doch nur Autos mit den Kennzeichen der umliegenden oberpfälzer Landkreise lassen die Zöllner hier am Grenzübergang Tillyschanz bei Eslarn hinüber ins gelobte tschechische Einkaufsparadies. Der „kleine Grenzverkehr“ hat auch so schon beängstigende Ausmaße erreicht. Die Radtouristen wird der Rummel eher amüsieren als zum Kauf veranlassen. Viel von dem Kram können sie in den Packtaschen nicht verstauen. Sie tauchen ohnedies gleich wieder ab in die böhmischen Mischwälder, die noch eine Spur einsamer und menschenleerer sind als der Oberpfälzer Wald. Eine Folge der Abschottungspolitik im Kalten Krieg. Langfristig erwartet sich der Eslarner Bürgermeister Reiner Gäbl mehr von den Radfahrern als von den niedrigen Preisen auf der anderen Seite der Grenze, die nur Kaufkraft abziehen, aber keinen wirklich reicher machen. Der Erholungsort im nördlichen Oberpfälzer Wald ist Knotenpunkt europäischer Fernwanderrouten und hat regionalen Radweganschluss. Seit vergangenem Samstag kreuzt hier der Radfernweg „Bayern-Böhmen“ hinüber nach Tschechien. Rund 525 Kilometer ist er lang und führt durch die gesamte nördliche Oberpfalz, den oberfränkischen Landkreis Wunsiedel samt Fichtelgebirge und das westliche Böhmen um Tachau, slawisch Tachov, und Marienbad, jetzt Mariánské Lázně. Drei Jahre planten und bauten bayerische und tschechische Behörden und Radfahrverbände an der großen Schleife. Die Initiative ging von der Euregio Egrensis aus, dem Zusammenschluss von Kommunen aus Bayern, Sachsen, Thüringen und Tschechien. Bereits vor vier Jahren war unter der Regie der Europaregion ein erster Radwanderweg im nördlichen Teil des Grenzgebietes entstanden, der Teile des Egerlands und des Erzgebirges erschließt. Die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Birgit Seelbinder, zugleich Euregio-Präsidentin, sieht in dem Gemeinschaftswerk nicht nur einen Beitrag zur Tourismusförderung. Das Wegeangebot sollten sich auch die Menschen an der Grenze zunutze machen, um einander besser kennen zu lernen, wünscht sie. Das sieht auch die bayerische Umwelt-Staatssekretärin Emilia Müller so. Welcher Nachholbedarf an Nachbarschaftskenntnis bestehe, habe soeben die überaus geringe Beteiligung an der Europawahl deutlich gemacht. Mehr Kontakte erwarten sich nicht nur die Politiker in Bayern. Auch Stanislav Rampas, stellvertretender Präsident des Bezirks Pilsen, glaubt an die völkerverbindende Kraft des Radwanderns. Die Hoffnungen können durchaus in Erfüllung gehen. Beim Gleiten durch das sanfte Hügelland Westböhmens mit seinen Weilern und Dörfern werden sich Begegnungen mit den Menschen im neuen EU-Land Tschechien vermutlich eher einstellen als beim Zahlen mit der Euroscheckkarte an den Supermarktkassen. Insgesamt stellt der Radweg Bayern-Böhmen nach dem Urteil des maßgeblich an der Routenführung beteiligten Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) keine übermäßig hohen Ansprüche an die Kondition der Radler. Für Rennräder eignet sich der Rundkurs, zu dem auch Abschnitte auf Forstwegen gehören, nicht. Die von der Euregio Egrensis im Galli-Verlag herausgegebene Routenbeschreibung beginnt in Bischofsgrün im Fichtelgebirge. Starten kann man auch an vielen Orten wie Amberg, Schwandorf, Weiden oder Marktredwitz.
|
![]() |
||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||