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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 24. April 2004

EUREGIO EGRENSIS sieht die EU-Osterweiterung als Chance

„Reißverschluss Grenzraum“

Von Beate Gericke, Der Neue Tag

Bischofsgrün - „Ich bin mir bewusst, dass uns keine gebratenen Tauben in den Mund fliegen“, sagte Eberhard Sinner, bayerischer Staatsminister für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen, am Freitag in Bezug auf die EU-Osterweiterung. Für ein effektives Miteinander sei harte Arbeit nötig. Und diese leiste seit über zehn Jahren die Euregio Egrensis.

Bei der Jahrespressekonferenz der Euregio Egrensis in Bischofsgrün (Landkreis Bayreuth) zeigten die Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaften in Berichten die grenzüberschreitende Arbeit des Vereins auf. Die Projekte reichten vom Jugendsommerlager bis hin zu Verbesserungen in der Infrastruktur.

Der scheidende Präsident Karl Haberkorn zog das Fazit, die Organisation sei ein aktiver Dienstleister und Ideengeber. Der grenzüberschreitende Austausch von Informationen und die Sprachkompetenz müssten allerdings noch verbessert werden. Václav Jakl, Präsident der böhmischen Arbeitsgemeinschaft, betonte: „Mit der EU-Osterweiterung endet unsere Zusammenarbeit nicht, sie nimmt neue Formen an.“ Staatsminister Sinner sah gar Gefahr für den Raum, sollten sich Strukturen nach dem 1. Mai auflösen. „Die Grenzregionen müssen eine Art Reißverschluss sein, der zusammenhält, was zusammengehört.“ Nur mit Kooperationen und Vernetzungen über die Grenzen hinweg, gebe es Synergie-Effekte, die Deutschland zu einem konkurrenzfähigen Global Player machen können.

Sinner versprach, dass die Staatsregierung ihren Beitrag zur Förderung leisten werde. Darüber hinaus sei es aber nötig, den Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass Europa etwas bringt. Obwohl es auch Risiken wie ein Gefälle in den Löhnen oder unterschiedliche Förderung durch die EU-Osterweiterung gebe, bleibe sie insgesamt eine Chance. Ralf Oberdorfer, künftiger Präsident der Euregio Egrensis, setzte sich in seinem Schlusswort mit den Erwartungen und Ängsten auseinander, die mit der EU-Osterweiterung zusammenhängen. Man dürfe keinen Neid zulassen, sondern müsse Vorteile – etwa im Handwerk – gestatten. „Nur so ist eine Anpassung der Lebensstandards möglich.“ Außerdem rief Oberdorfer zu Behutsamkeit im gegenseitigen Umgang auf, Ungeduld sei fehl am Platz, um die Chancen in den Grenzgebieten nutzen zu können.

 
© 2006 Lars Vollmar