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Plauens OB Oberdorfer neuer Chef der EUREGIO EGRENSIS

Von MICHAEL NEUBAUER

BAD KÖSTRITZ – Im nördlichsten Zipfel der EUREGIO EGRENSIS, im besonders für sein dunkles Bier bekannten Heilbad Köstritz, noch nördlich von Gera an der Weißen Elster gelegen, kürte und begrüßte das gemeinsame Präsidium des bayerisch-böhmisch-sächsisch-thüringischen Nachbarschaftsbündnisses seinen neuen Präsidenten. Termingleich mit der Osterweiterung der Europäischen Union am 1. Mai wird der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer sein Amt antreten. Mit den Glückwünschen verbanden die Partner in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit die Hoffnung, dass von dem neuen Präsidenten ebensoviel Initiative in den hautnahen europäisch-regionalen Belangen ausgehen wird wie von seinem oberpfälzischen Vorgänger, dem Tirschenreuther Landrat Karl Haberkorn.

Wechsel an der Spitze der EUREGIO EGRENSIS: Der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (rechts) löst den Tirschenreuther Landrat Karl Haberkorn als Präsident der Gesamteuregio ab.

Einer der wesentlichen Beratungspunkte des länderübergreifenden Präsidiums galt den Auswirkungen der Osterweiterung auf die Bestimmungen der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg, aus der die Euregio in erster Linie die Unterstützung für Projekte im deutsch-tschechischen Grenzraum erhält. Der Plauener Landrat und Arbeitsgemeinschaftsvorsitzender Dr. Tassilo Lenk bezifferte die Investitionssumme, die von Interreg-Zuschüssen ausgelöst wurden, allein in Sachsen nach der ersten Hälfte des Sechs-Jahres-Programms auf etwa 50 Millionen Euro. Dieses Programm gilt ab 1. Mai auch in den Beitrittsländern.

Wenn auch noch nicht alle Einzelheiten bekannt sind, so ist nach Ansicht der bayerischen Euregio-Vorsitzenden Dr. Birgit Seelbinder und des tschechischen Präsidiumsmitglieds Jan Horník bereits klar, dass neue Projekte, die von der EU gefördert werden wollen, nachweislich auf beiden Seiten der Grenze verankert sein müssen.

In Bad Köstritz wurde in groben Umrissen auch berichtet über die 2004-er EUREGIO EGRENSIS-Patrouille, an der sich neben Soldaten aus vier deutschen und zwei tschechischen Wehrbereichskommandos auch Angehörige der US-Armee beteiligen werden. Der mehrtägige Wettbewerb wird sich über den gesamten Bereich der Euregio erstrecken. In den vergangenen Jahren habe diese Patrouille immer mehr Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung, bei den Heeresleitungen und beim diplomatischen Corps erfahren, berichtete Haberkorn.

Ralf Oberdorfer zeigte sich bewusst, sein Präsidenten-Amt in einer spannenden Zeit anzutreten und verwies, über die Fördertöpfe hinausblickend, auf den Erfolg des Friedensmodells „Europa“. Dieses Friedensbewusstsein müsse aber ständig neu belebt und gestärkt werden, vor allem an den Nahtstellen zwischen den einzelnen Ländern und Regionen.

Wechsel am 1. Mai: Nach zwei Jahren gibt der Tirschenreuther Landrat Karl Haberkorn (links) den Vorsitz im gemeinsamen Präsidium der EUREGIO EGRENSIS turnusgemäß an einen Sachsen ab. Die Euregio-Arbeitsgemeinschaft Vogtland/Westerzgebirge benannte den Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer als Nachfolger, was bei einer Sitzung im thüringischen Bad Köstritz gestern auch von der bayerischen und der tschechischen Euregio-Arbeitsgemeinschaft formell bestätigt wurde.

 
© 2006 Lars Vollmar