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>> Presse, Berichte > Pressemitteilungen > 24. September 2002 Gastschuljahr der EUREGIO EGRENSIS wird zum Erfolgsmodell Eine wichtige Erfahrung, die man nur einmal machen kannVon Joachim Dankbar, FrankenpostDas Gastschuljahr der Arbeitsgemeinschaft Bayern der Euregio Egrensis wird zu einem Erfolgsmodell. Alljährlich bewerben sich mehr junge Gymnasiasten aus Tschechien um einen der Plätze. In diesem Schuljahr sind es 32 Jugendliche, die ein halbes oder ganzes Jahr an einem bayerischen Gymnasium verbringen werden. Für sie fand jetzt ein Begrüßungsabend im Egerland-Kulturhaus in Marktredwitz statt. MARKTREDWITZ Nicht weniger als „eine Erfahrung für das ganze Leben“ liegt vor den 32 Jugendlichen aus dem benachbarten Böhmen, die die Marktredwitzer Oberbürgermeisterin Dr. Birgit Seelbinder, Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayern der Euregio Egrensis zum Begrüßungsabend für den achten Jahrgang dieses länderübergreifenden Projekts zusammen mit Karl Haberkorn, Gesamtpräsident der Euregio, willkommen hieß. Zu Beginn dieses Kennenlernabends, zu dem auch die Lehrer, Eltern und Gasteltern der jungen Tschechen gekommen waren, machte Seelbinder noch einmal deutlich, dass die Euregio mit dem Schüleraustausch große Ziele verfolge. Vorbereitung auf EU-Erweiterung Während für die Schüler die Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse verständlicherweise im Mittelpunkt des Interesses steht, so versteht die Euregio darunter einen praktischen Beitrag zur Vorbereitung auf die Zeit, in der auch die Tschechische Republik der EU angehören wird. In den Gastschülern, die aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt worden seien, sieht die Euregio nicht weniger „als die zukünftigen Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik der Tschechischen Republik“. Daher, so Seelbinder, ergehe an die Stipendiaten auch die Aufforderung, „sich als Botschafter ihres Landes“ zu empfinden. Sie sollten nicht nur den Alltag in Bayern erleben, sondern „mit gesundem Selbstvertrauen“ auch vom Leben in ihrem Land berichten und in ihrem Umfeld ein Bild des heutigen Tschechiens entwerfen. Eine hohe Anforderung für 16- bis 18-Jährige, die zum ersten Mal länger von ihrer Familie getrennt leben. Dass spätestens nach vier Monaten das Heimweh gehörig am Elan nagen kann, weiß auch die bayerische Euregio-Präsidentin, die als Jugendliche selbst ein Gastschuljahr in den USA verbracht hatte. Sie riet: „Halten Sie durch, brechen Sie nicht ab, wenn es hart wird und nehmen Sie sich nicht selbst diesen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden.“ Wie sich an diesem Abend erwies, ist das Euregio-Gastschuljahr ein Projekt, das an seinen eigenen Erfahrungen lernt. Ab 2003, kündigte Dr. Birgit Seelbinder an, werde es nur noch ganzjährige Schüleraufenthalte geben. Die Erfahrungen der letzten Jahre hatten gezeigt, dass die Jugendlichen diese Zeitspanne brauchen, um auch wirklich Kontakte und Freundschaften zu knüpfen. Das „Eintauchen“ in eine fremde Lebenswelt ist es, was die Euregio besonders fordert. „Es geht um mehr als ein unverbindliches Kennenlernen“, so Seelbinder. In den vergangenen Jahren hatte es Unmut gegeben, weil einige der Gastschüler wie Berufspendler an jedem Wochenende nach Hause gefahren waren. Ein Verhalten, das die Euregio nicht wünscht. Seelbinders Appell ging daher auch an die Gasteltern: „Nehmen Sie die Jugendlichen mit allen Pflichten und Freiheiten in Ihren Alltag auf.“ Auch die Euregio weiß, dass es oft die starke Leistungsausrichtung der Gastschüler ist, die sie zu einem Drahtseilakt zwischen zwei Ländern verleitet. Viele versuchen parallel zum Schulbesuch in Deutschland auch die Prüfungen ihres Schuljahres in Tschechien zu meistern. Davon rät Dr. Seelbinder eher ab. Ihr Rat: „Wägen Sie ab und sehen dieses Jahr als eine wichtige Erfahrung, die man im Leben nur einmal machen kann.“ Hilfe von vielen Seiten Seelbinders Dank ging an diesem Abend auch an die vielen Stellen innerhalb und außerhalb der Euregio, die das Projekt unterstützen. Neben der EU, der bayerischen Staatskanzlei, dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond und der Robert-Bosch-Stiftung fördern von Beginn an auch eine ganze Reihe Firmen und Privatpersonen aus der Region, wie zum Beispiel die Schmidt-Bank und die Weißenstädter Leupold-Stiftung den Schüleraustausch. Zu den glühendsten Verfechtern der Idee gehören sicher auch engagierte Lehrer an den Gymnasien, die Gastschüler aufnehmen. In der Region sind dies das Walter-Gropius-Gymnasium Selb, das Luisenburg-Gymnasium Wunsiedel, das Gymnasium Münchberg, das Schiller-Gymnasium und das Jean-Paul-Gymnasium in Hof sowie das Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth. Stark engagiert sind auch die Gymnasien in Bayreuth, Weiden und Pegnitz. Damit auch der Schulbesuch ein Erfolg wird, müssen die Lehrer alljährlich neue Lösungen finden, die dem unterschiedlichen Leistungsstand der 16- bis 18-jährigen Tschechen angemessen sind. Einige Wünsche für die Zukunft hat die Euregio trotz aller Zufriedenheit noch. So würde man gern mehr bayerische Schüler als Gäste nach Tschechien vermitteln. Dies scheitert gegenwärtig noch an der sozialen Verschiedenheit der beiden Länder und auch an den mangelnden Tschechisch-Kenntnissen. Außerdem ist man offen für alle Schulen und Gasteltern, die sich für die Idee begeistern lassen.
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